Über mich

Seit 2001 in der KI. Damals belächelt, heute mein Geschäft.

Gründer von Seibl IT, Informatiker, Salzburger. Hier die lange Version, wie es dazu kam.

Josef Seibl

Angefangen hat es als Außenseiter-Fach.

2001 habe ich an der Uni Salzburg begonnen, Angewandte Informatik zu studieren, mit Schwerpunkt Natural Computation, dem Teil der Informatik, aus dem die heutige KI kommt: neuronale Netze und genetische Algorithmen, also künstliche Evolution. Damals waren wir die Außenseiter: Unsere Methoden waren nicht deterministisch, die Ergebnisse nicht exakt beweisbar, und dafür wurden sie belächelt. Dass man damit einmal Geld verdienen kann, hätte ich selbst nicht gedacht.

Meine Diplomarbeit habe ich über künstliche neuronale Netze geschrieben: eine Simulation, in der Schwärme von Stand- und Zugvögeln ihr Verhalten selbst entwickeln. Geld verdienen konnte man damit nicht. Aber ich habe dabei von innen gelernt, wie diese Systeme funktionieren, lange bevor sie ChatGPT hießen. Und losgelassen hat mich das Thema nie.

Preise gewonnen, fast nichts verkauft.

2012 schien der Moment gekommen. Gemeinsam mit Prof. Helmut Mayer von der Uni Salzburg habe ich die evSolve OG gegründet, um KI-Methoden aus der Planungsoptimierung in die Logistik zu bringen: Tourenplanung mit Verfahren, die damals noch Forschung waren. Die Fachwelt fand das großartig, wir haben Preise gewonnen. Gekauft hat es kaum jemand. Wir hatten am Markt vorbei programmiert, und Marketer waren wir alle keine.

Ich habe danach an der Business School der Uni Salzburg Marketing, Finanzierung und Prozessmanagement nachgeholt. Besser verkaufen konnte ich danach trotzdem nicht, das ist bis heute so. Aber ich habe verstanden, wie Unternehmen ticken, und die eigentliche Lehre sitzt seitdem tief: Technik allein bewegt nichts, es zählt, was beim Kunden ankommt. Meine Kunden sind übrigens nie über Marketing gekommen, damals nicht und heute nicht. Es waren immer Empfehlungen: Jemand hat mit mir gearbeitet und mich weitergereicht.

Vom Forschen zum Umsetzen.

Aufgehört zu bauen habe ich nie: als CTO der ABIOS GmbH ein Server- und App-Ökosystem für Gesundheitsdaten, dazu ein internationales Forschungsprojekt an der Uni Salzburg. Der eigentliche Wendepunkt kam dann mit ChatGPT. Zwanzig Jahre lang musste ich erklären, was KI überhaupt ist. Plötzlich musste ich das nicht mehr. Heute fragt mich niemand mehr, ob KI etwas kann. Nur noch, wo bei ihm.

Also habe ich umgestellt: nichts Forschendes mehr, nur noch umsetzen, vom Workshop bis zur Plattform im Dauerbetrieb. Geblieben ist aus all dem ein einfacher Antrieb: Ich mache nur Dinge, die wirklich Wert schaffen. Alles andere ist mir meine Zeit nicht wert.

Begeistert. Und wachsam.

Josef Seibl im bunten Katzen-Shirt

Ich finde die Entwicklung, die KI gerade nimmt, großartig. Was heute an einem Nachmittag machbar ist, hätte vor drei Jahren ein Projektteam gebraucht, und ich arbeite jeden Tag gern damit.

Gleichzeitig bin ich kritisch, und das sage ich auch. Vieles, was gerade als KI verkauft wird, ist Marketing. Modelle klingen überzeugend und liegen trotzdem falsch. Und am meisten stört mich, wenn Leute alles in ChatGPT oder Claude werfen und das eigene Denken ausschalten: Eine KI, die entscheidet, ohne dass ein Mensch draufschaut, ist gefährlich. Wer KI verkauft, darf dazu nicht schweigen. Deshalb bekommst du von mir auch die unbequeme Hälfte der Antwort, bevor du Geld ausgibst.

„Herumbasteln is a Schaaß."

Heißt übersetzt: Ohne Systematik bleibt KI ein Spielzeug. Mit System wird sie ein Werkzeug.

Nach Feierabend wechselt nur das Material.

In meiner kleinen Holzwerkstatt entstehen Möbel. Meine 3D-Drucker baue ich selbst, und der fertige Drucker druckt die Teile für den nächsten; Figuren liegen bei mir keine herum. Gelegentlich landet der 3D-Druck sogar wieder im Beruf, wenn ein Projekt ein Gehäuse oder einen Prototyp braucht. Dazu Brazilian Jiu-Jitsu, das gerade pausiert, und Musik quer durch: Klassik, Jazz, Metal.

Was ich jetzt baue.

Josef Seibl an seinem Schreibtisch

Mit Seibl IT baue ich die Firma, auf die das alles zugelaufen ist: KI, die Arbeit spürbar besser macht. Ich will, dass der Sachbearbeiter den Stapel um vier nicht mehr sieht, weil es ihn nicht mehr gibt. Dass das Angebot draußen ist, bevor der Mitbewerber die Anfrage gelesen hat. Und dass die Zeit wieder den Aufgaben gehört, für die man seinen Beruf einmal gewählt hat. Ich habe großen Spaß daran, solche Systeme zu bauen, und ich meine es ernst damit. Es hat gedauert, bis aus allem, was ich gesehen habe, ein klarer Weg wurde. Jetzt ist er da. Ich gehe ihn seit einem Weilchen, und ich habe nicht vor, von ihm abzuweichen.

Erstgespräch

Früher oder später arbeitest du mit KI.
Früher ist besser fürs Geschäft.

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